Gebäudesystemtechnik spielt vor allem in der Nutzung eine entscheidende Rolle und unterstützt den Nutzer aktiv bei einem schonenden und bedarfsgerechten Energieverbrauch. Diese Funktionalität kauft sich der Kunde - neben den anderen Vorteilen, die eine vernetzte elektrische Installationstechnik bietet - automatisch mit ein. In vielen Projekten, in denen KNX eingesetzt ist, lassen sich durch geeignete Geräteeinstellungen einfach Einsparpotentiale erzielen.
Bei allen Anstrengungen, die im Bezug auf die notwendige Optimierung der Energieeffizienz in Gebäuden unternommen werden, müssen die Potenziale, die durch Gebäudesystemtechnik bestehen, genutzt werden. Das ist ökonomisch lohnend und ökologisch sinnvoll.
Auf dieser Seite haben wir für Sie Informationen zusammengestellt, die das Thema Energieeffizienz in Gebäuden mit Gebäudesystemtechnik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Gesetzliche Vorlagen Europa und Deutschland
Gebäude haben einen beträchtlichen Anteil am Energieverbrauch. Im
Grünbuch "Energieeffizienz oder Weniger ist mehr" aus dem Jahr 2005,
geht die EU-Kommission von einem Anteil von 40% am Gesamtenergieverbrauch aus: "...Heizung und Beleuchtung der Gebäude
(Wohn- und Bürogebäude) machen 40 % der in der EU verbrauchten Energie
aus...".
[Weitere Informationen: EU Grünbuch zur
Energieeffizienz
"Die EU ist beim derzeitigen Energieverbrauch zu 50 % von
Energieeinfuhren abhängig; diese Zahl könnte bis 2030 auf 70 %
ansteigen. Zu dieser starken Abhängigkeit kommen die ungenügende
Entwicklung erneuerbarer Energien sowie die Tatsache hinzu, dass die
herkömmlichen Energiequellen in absehbarer Zeit verbraucht sein werden.
Diese drei Faktoren machen eine Eindämmung der Energienachfrage
erforderlich nach dem Motto "Weniger ist mehr"."]
Die Abhängigkeit von Energieeinfuhren, knapper werdende Ressourcen
und die Diskussionen um den Klimawandel erfordern eine effiziente und
nachhaltige Energienutzung.
Aus diesen Anforderungen heraus ist auf europäischer Ebene die
Richtlinie zur Energieeffizienz in Gebäuden (Energy Performance of
Buildings Directive EPBD) entstanden. Eine zentrale Forderung dieser
Richtlinie ist die Ausweisung des Energieverbrauchs eines Gebäudes an
Hand eines Energieausweises und die Analyse von Einsparmöglichkeiten.
Die Richtlinie soll in allen EU Mitgliedsstaaten in nationales Recht
umgesetzt werden. In Deutschland sind die Anforderungen in die
Energieeinsparverordnung (EnEV) eingeflossen.
Als Hilfsmittel zur Erstellung des Energieausweises und zur Analyse
von Einsparmöglichkeiten wurde eine Reihe von europäischen Normen
erstellt (z.B. EN 15232). In Deutschland wird die Thematik in einer DIN
Norm (DIN V 18599) behandelt.
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Einsparpotenziale durch Raum- und Gebäudeautomation
1. Literaturstudie KNX
Deutschland
„Energieeinsparpotenzial durch
moderne Elektroinstallation“
Die Hochschule Biberach,
Studiengang Gebäudeklimatik, Institut für Gebäude- und Energiesysteme,
Fachgebiet Gebäudeautomation, führte 2008 eine Literaturrecherche zum
Thema „Einsparungen durch moderne Elektroinstallation“ durch. Unter der
Leitung von Prof. Dr.-Ing. Martin Becker wurden dabei die wesentlichen
Literaturquellen mit ihren ermittelten Einsparzahlen zu einem
Gesamtergebnis zusammengefasst. Auftraggeber der Studie war der ZVEI –
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.
Link
zu weiteren Informationen bei KNX Deutschland
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2. Europäische Norm: EN 15232"Energieeffizienz von Gebäuden-Auswirkungen der
Gebäudeautomation und des Gebäudemanagements"
Die Europäische Gemeinschaft forciert den Einsatz energiesparender Technologien. Die europäische Norm EN 15232 („Energieeffizienz von Gebäuden – Auswirkungen der Gebäudeautomation und des Gebäudemanagements“) wurde in Zusammenhang mit der europaweiten Umsetzung der Richtlinie zur Energieeffizienz in Gebäuden (Energy Performance of Buildings Directive EPBD) 2002/91/EG erarbeitet. Die Norm beschreibt Methoden für die Bewertung des Einflusses von Gebäudeautomatisierung und technischem Gebäudemanagement auf den Energieverbrauch von Gebäuden.
Einsparpotentiale durch Gebäudeautomation nach EN 15232 (pdf, 268 KB)
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3. Wissenschaftliche Studie
auf Basis der DIN V 18599Studie der Hochschule Biberach,
2008:Energieeinsparpotenzial und Energieeffizienz durch Bustechnik sowie
Raum- und Gebäudeautomation für ABB STOTZ-KONTAKT GmbH + Busch-Jaeger
Elektro GmbH
4. Feldtest Messergebnisse
Messungen in einem Bürogebäude mit Seminarräumen
In Normen und in der Fachliteratur findet man oft die Aussage, dass mit einer Konstantlichtregelung ein hohes Energieeinsparpotenzial bei der elektrischen Energie für die Beleuchtung erreicht werden kann. Bei der Konstantlichtregelung wird über die Messung der Leuchtdichte (Lichtfühler an der Decke) die Beleuchtungsstärke im Raum - im vorliegenden Fall auf der Schreibtischoberfläche - konstant gehalten. Reicht das natürliche Tageslicht nicht aus, um die gewünschte Beleuchtungsstärke zu erreichen, dann wird „Kunstlicht“ dazu gegeben. Das Kunstlicht wird hierbei auf die notwendige Helligkeit gedimmt, die zum Helligkeitsausgleich notwendig ist. Dieser Prozess erfolgt während der Nutzungszeit kontinuierlich, so dass für das Kunstlicht immer nur die gerade notwendige Energie benötigt wird.
Die durchgeführten Messungen zeigen ein konkretes Einsparpotenzial von elektrischer Beleuchtungsenergie durch eine Konstantlichtregelung!
Dokumentation der Messergebnisse (pdf, 177 KB))
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